Mit Herz und Hand
Wie eine Lehrerin Bildung, Ernährung und Landwirtschaft verbindet
Wenn Frau Daka über den Schulgarten spricht, merkt man schnell, wie wichtig ihr diese Aufgabe ist. Zwischen sattgrünen Pflanzen und den Beeten der Nabbanda Primary School geht es für sie um weit mehr als um Landwirtschaft. Es geht um die Frage, wie Kinder gesund aufwachsen, lernen und ihre eigenen Fähigkeiten entdecken können.
Neben ihrer täglichen Arbeit als Lehrerin, bei der sie zwei bis drei Klassen unterrichtet, übernimmt Frau Daka die Verantwortung als Produktionslehrerin für den Schulgarten. Dieser wurde im Rahmen unseres Youth Integrated Livelihoods and WASH (YILWASH)-Projekts eingerichtet, das von unserem lokalen Partner ADRA Zambia und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt wird.
Der Garten ist Teil des Schulernährungsprogramms. Die angebauten Lebensmittel helfen dabei, den Kindern an jedem Schultag mindestens eine nahrhafte Mahlzeit zu ermöglichen.
„Es macht mich glücklich zu sehen, wie die Kinder mit vollem Magen lernen können“, erzählt Frau Daka. „Wenn Schülerinnen und Schüler hungrig sind, können sie sich nicht konzentrieren. Doch wenn sie essen, was wir hier gemeinsam anbauen, werden sie aktiv und lernen mit Begeisterung.“
Lernen beginnt nicht erst im Klassenzimmer
Für Frau Daka gehört der Schulgarten deshalb ganz selbstverständlich zur Bildung dazu. Die Schülerinnen und Schüler sind nicht nur diejenigen, die später von der Ernte profitieren. Sie sind aktiv an der Arbeit beteiligt.
Gemeinsam mit Lehrkräften, der Schulleitung, Projektmitarbeitenden und Mitgliedern der Gemeinde säen und pflegen die Kinder die Pflanzen, ernten das Gemüse und helfen dabei, die Produkte für den Verkauf vorzubereiten.
„Wir beziehen die Schülerinnen und Schüler in jeden Schritt ein“, erklärt Frau Daka. „So lernen sie Verantwortung zu übernehmen und den Wert der Landwirtschaft zu schätzen. Sie sind stolz darauf zu wissen, dass das Essen, das sie erhalten, aus ihrer eigenen Arbeit entsteht.“
Damit wird der Garten zu einem Lernort, der weit über die Versorgung mit Lebensmitteln hinausgeht. Die Kinder lernen praktische Fähigkeiten, erfahren, wo ihre Nahrung herkommt, und erleben unmittelbar, was sie gemeinsam erreichen können.
Auch die wirtschaftliche Seite spielt dabei eine wichtige Rolle: Was nicht für das Schulernährungsprogramm benötigt wird, kann auf lokalen Märkten verkauft werden. Die zusätzlichen Einnahmen helfen dabei, das Ernährungsprogramm langfristig zu unterstützen.
Eine Aufgabe, die Einsatz verlangt
Die Verantwortung für den Schulgarten kommt zu Frau Dakas ohnehin anspruchsvollem Schulalltag hinzu. Unterricht vorbereiten, mehrere Klassen betreuen und gleichzeitig den Garten im Blick behalten – einfach ist die Verbindung dieser Aufgaben nicht.
„Es ist nicht immer einfach, Unterricht und Gartenarbeit miteinander zu vereinbaren“, räumt sie ein. „Aber wenn man liebt, was man tut, findet man die Kraft weiterzumachen. Das Lächeln der Kinder macht jede Anstrengung wert.“
Ihr Engagement wird auch von ihrem Umfeld wahrgenommen. Kolleginnen und Kollegen, Eltern und Gemeindemitglieder schätzen ihren Einsatz und ihre Bereitschaft, zusätzliche Verantwortung zu übernehmen.
Eine Kollegin beschreibt Frau Daka deshalb als Beispiel für echtes Engagement: Sie zeige, dass Bildung und das Wohlergehen der Kinder untrennbar miteinander verbunden sind.
Wenn ein Schulgarten Zukunft schafft
Was an der Nabbanda Primary School entsteht, zeigt, wie eng Ernährung, Bildung und nachhaltige Lebensgrundlagen miteinander verbunden sind.
Das YILWASH-Projekt verfolgt genau diesen ganzheitlichen Ansatz. In den Distrikten Chirundu und Siavonga stärkt es die Resilienz von Kindern und Jugendlichen, indem es unter anderem den Zugang zu sicherem Wasser, Sanitär- und Hygienediensten verbessert und gleichzeitig Einkommens- und Lebensgrundlagen fördert.
Rund 2.631 Menschen nehmen direkt am Projekt teil, mehr als 15.000 weitere profitieren indirekt. Neben solarbetriebenen Brunnen und Maßnahmen zur Hygiene- und Sanitärversorgung gehören auch Jugendgruppen, Gartenbau, Geflügelhaltung und Schulernährungsprogramme zu den zentralen Maßnahmen.
Der Schulgarten der Nabbanda Primary School verbindet viele dieser Ziele miteinander: Er trägt zur Ernährung der Kinder bei, vermittelt Wissen über Landwirtschaft und schafft gleichzeitig eine praktische Lernumgebung.
Und mittendrin steht Frau Daka.
Mit ihrem Engagement zeigt sie, dass Veränderung nicht immer mit großen Schritten beginnt. Manchmal beginnt sie mit einem Beet, einer Handvoll Samen und der Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen.
Garten für Garten. Kind für Kind.
