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Guatemala - Land ohne Hoffnung?
Hessische Stiftung Kinderzukunft schafft neue Perspektiven für arme Kinder

Kriege, Korruption und Rassismus zeichnen Guatemalas Vergangenheit. 1996 endete der bis dahin 36 Jahre dauernde Bürgerkrieg. Dennoch sind die Nachwirkungen für die Menschen auch heute noch deutlich zu spüren. Guatemala hat die vierthöchste Mordrate weltweit und das Ausmaß an Gewalt ist so groß wie in keinem anderen Land Lateinamerikas.
Die Opfer dieses Elends sind vor allem Kinder. Tausende verwaister und verwahrloster Straßenkinder müssen betteln, stehlen und sich von Abfällen ernähren. Ihr Dasein ist ein täglicher Überlebenskampf zwischen Gewalt, extremer Armut, furchtbaren Naturkatastrophen, geringem Bildungszugang und mangelnder medizinischer Versorgung.


Kinderreichtum macht Kinder arm

Eine Hauptursache der heutigen Armut, unter der die Mehrheit der Bevölkerung leidet, ist der Kinderreichtum. Verbreitet ist er gerade in den sozial schwachen Schichten der meist indogenen Landbevölkerung, die häufig als Tagelöhner oder Kleinbauern eine karge Existenz fristet. Mangelnde Sexualaufklärung gekoppelt mit übertriebener Religiosität, die jegliche Verhütung ablehnt, führen gerade in diesen untersten Bevölkerungsschichten zu extremen Geburtenraten. Viele Frauen heiraten bereits im Alter von 16 Jahren. Zehn oder mehr Kinder sind keine Seltenheit. Und oft reicht dann das sowieso nur geringe Einkommen dieser Familien noch nicht einmal mehr für eine ausreichende Ernährung der Kinder, geschweige denn für eine vernünftige Schul- und Berufsausbildung. Somit ist wiederum auch für diese Kinder der gleiche, chancenlose Lebensweg wie bei ihren Eltern, bestehend aus Elend, Hunger, Gewalt und Aussichtslosigkeit, vorgezeichnet.


Hilfe zur Selbsthilfe

Seit 20 Jahren hat sich deshalb die hessische Stiftung Kinderzukunft zur Aufgabe gemacht, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, den Ärmsten der Armen in Guatemala zu helfen und möglichst vielen Kindern eine Chance auf eine menschenwürdige Zukunft zu geben. Begonnen hat alles mit der Errichtung des ersten Kinderdorfes „Aldea Infantil“ in Salcaja im Jahre 1991. Seitdem wachsen die Projekte und mit ihnen die Anzahl der erfolgreich betreuten Kinder. Das Dorf beherbergt zurzeit 158 Kinder die von 67 Mitarbeitern betreut werden. Hier erhalten die Schützlinge Unterkunft, die nötige Nahrung, medizinische Versorgung, Kleidung und erfahren Liebe und Fürsorge. Vom Kindergarten bis hin zur Berufsausbildung durchlaufen sie eine umfassende Schulbildung in der von der Kinderzukunft eigens errichteten Schule. Ausbildungswerkstätten bereiten die älteren Jugendlichen intensiv auf einen späteren Beruf als Schlosser, Elektriker, Automechaniker, Schneider oder Schreiner vor. Im Dorf können die Kinder unbeschwert Kind sein. Vor allem aber lernen die Kinder alles Notwendige, um später ein eigenständiges Leben zu führen.

Das Erfolgskonzept der Kinderzukunft ist einfach: Hilfe zur Selbsthilfe. Der Kern der Stiftungsarbeit liegt in langfristig angelegten Entwicklungsprojekten, die in enger Zusammenarbeit mit den Hilfsempfängern vor Ort nachhaltig umgesetzt werden. Drei Themen-Bausteine stützen dieses Gerüst: Ernährung/Gesundheit, Bildung/Ausbildung sowie Aufklärung/Beratung. Diese Themen sind die Basis, um Menschen zu aktiven Selbstversorgern und dadurch auf Dauer unabhängig von fremder Hilfe zu machen.


 
Das Projekt „Hoffnung“

Neben dem Kinderdorf entwickelte die Kinderzukunft auf diesen Themenbausteinen, weitere integrierte Projekte, um auch den Kindern zu helfen, die in ihren Familien leben. Das Projekt „Hoffnung“ im Dorf La Esperanza wurde 2006 von der Stiftung ins Leben gerufen und ist beispielhaft für die nachhaltigen Erfolge des Konzepts „Hilfe zur Selbsthilfe“. Zu Beginn des Projekts war nahezu jedes der 170 Dorfkinder mangel- oder unterernährt und die oft allein stehenden Mütter hatten wenige hauswirtschaftliche Kenntnisse; sie waren kaum in der Lage, einen Haushalt zu führen oder die vorhandenen Landwirtschaftsflächen sinnvoll zu nutzen. Nach fünf Jahren intensiver Entwicklungszusammenarbeit gibt es heute in La Esperanza keine hungernden Kinder mehr. Darüber hinaus können 50% aller Kinder, die zu Beginn des Projekts noch zu projekteigenen Schulspeisungen gingen, heute von ihren Eltern selbst versorgt werden, weil diese durch die Stiftung in Hauswirtschaft und Landwirtschaft geschult wurden. Auch sind die Einschulungs- und Leistungsquoten der Kinder über die Jahre deutlich gestiegen.

Erreicht wurde das durch konsequente Arbeit an den zentralen Themenbausteinen:
• Ernährung und Gesundheit
• Bildung und Ausbildung
• Aufklärung und Beratung


Ernährung und Gesundheit

Kinder in Guatemala leiden sehr häufig an Mangel- und Unterernährung. Die Folgen sind oftmals verheerend, denn neben extremen Lerndefiziten besteht auch die enorm hohe Gefahr chronischer Erkrankungen sowie lebenslanger körperlicher und geistiger Schäden. Frühstück, Mittagessen und Abendbrot bestehen fast ausschließlich aus Maisfladen und Tee.
Die Kinder erhalten in den Projekten der Kinderzukunft täglich ein nahrhaftes Frühstück und Mittagessen, bestehend zum Beispiel aus gefüllten Brottaschen, Gries- und Maisbrei, Bohnen, Eiern, Obst und Fruchtsäften. Der Speiseplan ist von lokalen Ernährungsexperten erstellt. Darüber hinaus gibt es Schulungen für Mütter zu den Bereichen gesunde Ernährung, hygienische Zubereitung von Lebensmitteln, landwirtschaftlicher Anbau und Nutztierhaltung.

Durch Unwissenheit und fehlende Mittel sind Mütter kaum dazu in der Lage, ihre Kinder gesundheitlich richtig zu versorgen. Im staatlichen Krankenhaus fehlt es dazu an geeignetem Personal, medizinischer Ausstattung und Medikamenten. Durch die Stiftung werden die Kinder in den Projekten von den Ärzten des stiftungseigenen Gesundheitszentrums vor Ort regelmäßig medizinisch untersucht und behandelt. Dazu gehört auch die zahnärztliche Versorgung sowie Schulungen zur Körperhygiene (z.B. regelmäßiges Händewaschen), Gesundheitsvorsorge und Erste Hilfe.


Bildung und Ausbildung

Die meisten Kinder in den ländlichen Gebieten Guatemalas haben keine Möglichkeit, eine öffentliche Schule zu besuchen. Staatliche Schulen gibt es nur wenige, viele Schulgebäude sind heruntergekommen (ohne Boden, Türen, Fenster und Strom) und die Kosten für Schulmaterialien sind sehr hoch. Darüber hinaus sprechen die Kinder bei ihrer Einschulung meist nur einheimische Dialekte und können deshalb dem Unterricht in spanischer Sprache nicht folgen. In den von der Kinderzukunft errichteten Kindergärten und Vorschulen lernen sie deshalb frühzeitig in Spanisch zu kommunizieren. Lehrmittel, Schulmaterialien und
-uniformen werden ebenfalls von der Stiftung bereitgestellt, um die Familien finanziell zu entlasten. Das Projektgebäude der Stiftung in La Esperanza umfasst zum Beispiel Kindergarten, Vorschule, Bibliothek, Speiseraum, Küche und einen Untersuchungsraum für die Ärzte.


Aufklärung und Beratung

Die hohe Verantwortung in der traditionellen Großfamilie ist eine enorme Belastung für die Mütter. Sie verfügen selbst oft nur über geringe Bildung. Sexualaufklärung oder gar Familienplanung gibt es nicht. Die Frauen leiden deshalb oft an den negativen Folgen kurz aufeinander folgender Schwangerschaften und der schweren Hausarbeiten. Häufig sind sie dann bald alleinstehend, da sie von den Männern verlassen werden, wenn diese sich ihrer Verantwortung für die Großfamilie nicht mehr stellen können oder wollen. Auch Gewalt gegenüber Frauen und Kindern sind in diesen prekären sozialen Verhältnissen vielerorts immer noch die Norm. Die Kinderzukunft führt deshalb Mütterschulungen in den Bereichen Aufklärung und Familienplanung (z.B. Möglichkeiten der Verhütung), zeitgemäße Kindererziehung sowie Frauen- und Kinderrechte durch, die entscheidend zu einer Besserung familiärer Verhältnisse und dem gesundheitlichen Wohl von Frauen und Kindern beitragen.
Außerdem werden den Müttern hauswirtschaftliche und landwirtschaftliche Kenntnisse vermittelt, um sie so in die Lage zu versetzen, sich und ihre Kinder wenigsten auf einem akzeptablen Mindestniveau selbst ernähren zu können.

Auf der Basis der positiven Erfahrungen in La Esperanza hat die Stiftung bereits 2010 - in Abstimmung mit der örtlichen Gemeindeverwaltung - mit der Planung des neuen „Hilfe zur Selbsthilfe“ Projekts „Monrovia“ in der Streusiedlung Nueva Panajachel, unweit der Provinzhauptstadt Quetzaltenango, begonnen.


Neues Projekt „Monrovia“

Dort wurde jetzt im August das neue Projekt- und Schulgebäude, das auch die hessische Landesregierung mitfinanzierte, eingeweiht. Es verfügt über vier Klassenzimmer für Kindergarten, Vorschule und Grundschule, sanitäre Einrichtungen, einen Speisesaal mit Küche, eine kleine Bibliothek und daneben gibt es einen Sportplatz. 210 Kinder und Jugendliche gehen ab sofort hier zur Schule, werden mit der notwendigen Ernährung versorgt und ärztlich betreut.
Rund 70 Familien werden, ähnlich wie im Dorf La Esperanza, geschult und beraten.
Zur Einweihung besuchte Heinz-Werner Binzel, Vorstandsvorsitzender der Kinderzukunft, die Menschen vor Ort. Er berichtet: „Seit 1994 engagiere ich mich für die Kinderzukunft als Spender. Seit 2001 bin ich darüber hinaus ehrenamtlich im Vorstand der Stiftung. Ich kenne alle Projekte, ganz besonders liegt mir Guatemala am Herzen. Jede Reise dorthin beeindruckt mich aufs Neue und jedes Mal kehre ich gestärkt und hoch motiviert nach Deutschland zurück. Die Menschen hier, vor allem die dankbaren Mütter und Kinder, berühren mich tief. Die vielen „muchísimas gracias“ wirken beinahe beschämend. Aber sie belegen: Wir verändern Menschenleben zum Positiven und bewirken kleine Wunder. Wir schaffen Zukunftsperspektiven für arme Kinder, deren Leben schon verloren scheint und zeigen ihren Eltern mit konkreten Hilfen Wege aus dem Elend“.


Kinder mit Zukunft

Verena Fischersworring, Projektleiterin der Hanns R. Neumann Stiftung in Guatemala, begleitete Herrn Binzel bei seinem Besuch im Kinderdorf und den Projekten. Sie war von der Arbeit vor Ort sehr beeindruckt: „Es ist bemerkenswert, mit wie viel Hingabe und Liebe die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinderzukunft ihre Arbeit verrichten. Das schönste Geschenk für die tolle Arbeit der Kinderzukunft sind die strahlenden Augen der Kinder!“, erzählt Fischersworring nach ihrem Projektbesuch. Tatsächlich zeugen vom Erfolg der Projekte unzählige Erfolgsgeschichten. Die kleine Brenda zum Beispiel wuchs in ärmlichsten Verhältnissen auf. Die Kindheit des Mädchens war geprägt durch Krankheiten, Misshandlungen und den Alkoholmissbrauch des Vaters. Mit zehn Jahren kam Brenda in das Kinderdorf der Kinderzukunft. Dort ging sie zum ersten Mal zur Schule, wo sie Lesen und Schreiben lernte. Nach dem Abitur absolvierte sie erfolgreich ihr Medizinstudium. Heute ist Brenda 29 Jahre alt, arbeitet in einer Festanstellung als Allgemeinmedizinerin und lebt gemeinsam mit ihren Geschwistern in einem eigenen kleinen Haus. Mit großer Freude berichtet sie: „Die großzügige Hilfe durch Gelder aus Deutschland und die warmherzige Erziehung meiner Pflegemutter ließen mich zu dem werden, was ich heute bin - eine glückliche und selbstständige Frau.“

Genau wie Brenda hoffen auch unzählige andere Kinder auf eine Rettung aus Not und Elend. Juana ist eines dieser vielen Einzelschicksale. Das Mädchen wurde im März 2011 mit gerade einmal zwei Monaten im Kinderdorf abgegeben. Die Mutter von Juana leidet unter Epilepsie, hat dadurch keine dauerhafte Arbeit, kaum Einkommen und auch keine feste Unterkunft. Ohne den Schutz des Kinderdorfes wäre Juana den Gefahren der Armut hilflos ausgeliefert gewesen. Sie selbst weiß heute noch nicht, welches Glück sie hatte, von nun an einer Zukunft voller Hoffnung entgegenblicken zu können.


Stiftung Kinderzukunft

Die Stiftung Kinderzukunft leistet seit 1988 transparente und nachhaltige Hilfe für Kinder in Not. Neben zahlreichen weltweiten Projekten unterhält die Stiftung eigene Kinderdörfer in Guatemala, Rumänien und Bosnien-Herzegowina. Dort bietet sie Kindern nicht nur ein sicheres Zuhause und eine lebensnotwendige Grundversorgung, sondern auch eine fundierte Schul- und Berufsausbildung als Basis für ein späteres Leben ohne Armut. 

Die Arbeit der Stiftung finanziert sich durch Spenden, Patenschaften, Zustiftungen und Testamentsspenden. Da sämtliche Verwaltungskosten der Stiftung durch Erträge des Stiftungsvermögens und zweckgebundene Zuwendungen gedeckt werden, gelangen alle Spenden zu 100 % an die bedürftigen Kinder. Die Kinderzukunft trägt das Spendesiegel des DZI, das Gütesiegel für seriöse Spendenorganisationen und wurde für vorbildliches Engagement und beispielhafte Stiftungsarbeit von der Hessischen Landesregierung zur Stiftung des Jahres 2009 ausgezeichnet.


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