Auszug aus Kinderzukunft - Stiftung für Kinder in Not - Druckansicht

Transparenz und Nachhaltigkeit werden bei der Kinderzukunft großgeschrieben. Deshalb organisierte die Stiftung auch in diesem Jahr eine Projektreise, bei der Spender und Paten die Möglichkeit haben, sich von der Projektarbeit vor Ort sowie von der Wirksamkeit ihrer Spenden selbst zu überzeugen. Im Mittelpunkt der Reise stand eine stimmungsvolle Feier mit offiziellen Ansprachen, bosnischen Volkstänzen und Gesangsaufführungen. In seiner Rede erinnerte Kinderdorfdirekter Osman Pozderović an die Anfänge des Kinderdorfs, als vor allem Kriegswaisen und ihre Groβeltern aufgenommen wurden. Mehr als 300 Kinder sind seitdem im Dorf aufgewachsen und haben neben einem liebevollen Zuhause auch eine Schul- und Berufsausbildung erhalten. „Die Hilfe hört danach jedoch nicht auf“, so Pozderović, „sondern setzt sich fort durch Unterstützung bei der Arbeitsplatz- und Wohnungssuche“. Viele ehemalige Schützlinge haben so einen Arbeitsplatz in den umliegenden Gemeinden oder auch im Kinderdorf gefunden.

An den Feierlichkeiten nahmen auch der Bürgermeister, Dževad Mujkić, und der Vorsitzende des Gemeinderats von Lukavac, Dževdet Osmanbegović, teil. Sie betonten die Bedeutung des Kinderdorfs für die Gemeinde Lukavac und den Kanton Tuzla, die über die Betreuung von bedürftigen Kindern und Jugendlichen weit hinausgeht. Anschlieβend wurde in der Kinderdorfkantine zum Buffet geladen und mit einem Rundgang durchs Dorf das offizielle Programm beendet.       

In den verbleibenden Tagen nutzte die Reisegruppe die Zeit, um ihr Patenkind besser kennen zu lernen und die unterschiedlichen Facetten bosnischer Kultur zu erfahren. Der Besuch der Innenstadt von Tuzla und Lukavac, ein Kegelnachmittag sowie ein Spielaufenthalt im Park von Mačkovac gefielen Kindern und Erwachsenen gleichermaβen.          

Zu den Mitreisenden gehörte auch Dieter Klein aus Obertshausen, der eine Patenschaft für den erst 20 Monate alten Belmin übernommen hat. Belmin und seine vier Geschwister kamen Anfang des Jahres ins Kinderdorf, weil sie von ihren Eltern vernachlässigt und geschlagen wurden. Für Dieter Klein stand schnell fest, dass er etwas tun und das Kinderdorf persönlich kennen lernen wollte. Bewegt von den vielen neuen Eindrücken, ist die Projektreise für ihn eine Erfahrung der besonderen Art: „Die Ausflüge und Freizeitaktivitäten mit den Kindern und Jugendlichen, die mit uns für ein paar Stunden dem Alltag im Kinderdorf entflohen sind, waren für mich eine Bereicherung, die ich kaum beschreiben kann und die ich auch nicht mehr missen möchte“, sagt Klein. „Ein für mich unvergessliches Erlebnis, welchem hoffentlich viele weitere Male folgen werden“, resümiert er.  

Die Stiftung Kinderzukunft, die dieses Jahr unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier ihr 25-jähriges Bestehen feiert, leistet mit Spendengeldern nachhaltige Hilfe für Kinder in Not. Dazu unterhält sie neben zahlreichen Ernährungs- und Bildungsprojekten weltweit auch eigene Kinderdörfer, Schulen und Ausbildungseinrichtungen in Guatemala, Rumänien sowie in Bosnien und Herzegowina. Für diese vorbildliche Arbeit wurde die Kinderzukunft von der Hessischen Landesregierung zur Stiftung des Jahres 2009 ausgezeichnet. Seit Jahren trägt die Kinderzukunft das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).