Auszug aus Kinderzukunft - Stiftung für Kinder in Not - Druckansicht

Die Luft ist klamm, die Vorhänge sind zugezogen. Sie haben der Kälte, die von draußen kommt, allerdings nur wenig entgegenzusetzen. Und doch fühlen wir die Wärme, die von Herzen kommt, als wir die kleine Maria in Rumänien besuchen. Die Sechsjährige wohnt mit ihren Eltern und den vier Geschwistern in einer winzigen 2-Zimmer-Wohnung in Anina, 140 Kilometer südöstlich von Timisoara.
Das Mädchen hat sich auf sein Weihnachtspäckchen gefreut. „Sie war schon ganz aufgeregt“, berichtet die Mutter. Nun hält Maria ihr Geschenk aus dem fernen Deutschland in den Händen. Behutsam packt sie es aus. Handschuhe, Socken und glitzernde Haarspangen kommen zum Vorschein. „Wie wunderbar!“, flüstert sie. Und dann: „Mulţumesc!“ – Vielen Dank! Die Handschuhe zieht sie direkt an, bei den Haarspangen braucht sie Hilfe. Das Mädchen strahlt über das ganze Gesicht. Ein Zauber, ein Moment des Glücks inmitten von Trostlosigkeit.

Unvorstellbare Lebensbedingungen in Osteuropa verlangen unser Handeln
In den meisten osteuropäischen Ländern leiden die Menschen nach wie vor unter katastrophalen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen. Am schlimmsten sind hiervon die Kinder betroffen. Viele leben als Waisen oder in sozial schwachen Familien, denen es am Nötigsten fehlt. Bei mangelndem Geld für Nahrung und Kleidung ist an Geschenke erst gar nicht zu denken.

Eine gute Entscheidung – die Weihnachtspäckchen-Aktion der Kinderzukunft
Die Stiftung Kinderzukunft hat über 25 Jahre Erfahrung als gemeinnützige Organisation und leistet seit mehr als einem Vierteljahrhundert nachhaltige Hilfe für Kinder in Not. Mit der Sonderaktion „Weihnachtspäckchen für Kinder in Not“ hilft die Kinderzukunft auch denjenigen, die nicht direkt in einem ihrer Projekte betreut werden. Dafür sammelt die Stiftung bereits seit 1995 in einer groß angelegten bürgernahen Aktion alljährlich Weihnachtspäckchen, die per Lkw nach Osteuropa gebracht werden. Hierbei tragen die regionale Verbundenheit der Stiftung sowie ihre sozialen und regionalen Kenntnisse in den Empfängerländern maßgeblich zum Erfolg der Aktion bei. Die Verteilung der Päckchen in Heimen, Kindergärten, Krankenhäusern und Elendsvierteln erfolgt durch ehrenamtliche Helfer aus Deutschland und Mitarbeiter vor Ort.

Während die Auslieferung der Päckchen in den vergangenen Jahren in Bosnien und Herzegowina sowie in Rumänien stattfand, werden in diesem Jahr erstmals auch Päckchen zu Kindern in die Ukraine gebracht. Bei der Verteilung wird die Kinderzukunft vom ukrainischen Arbeiter-Samariter-Bund unterstützt. Svetlana Levkovska, Geschäftsführerin der Kiewer Samariter,  freut sich auf die Zusammenarbeit mit der Kinderzukunft: „Das Engagement der Stiftung Kinderzukunft ist einzigartig. Es gibt keine andere Weihnachtspäckchen-Aktion in derartigem Umfang für die ärmsten Kinder in der Ukraine. Gerade in einer Zeit, wo viele gemeinnützige Organisationen ihre Hilfsgütertransporte aufgrund der schwierigen politischen Verhältnisse und Einfuhrbestimmungen zurückschrauben, ist es wichtig, dass unverändert Hilfe dort geleistet wird, wo sie am Nötigsten ist.“  

Teilen wird auf beiden Seiten zum Geschenk
Jahr für Jahr beteiligen sich zahlreiche Familien, Kindergärten, Schulen, Vereine und Unternehmen aus ganz Deutschland an der Aktion. Gemeinsam legen sie Süßigkeiten und Gebäck, Spielsachen, Stofftiere, Schreib-, Mal- und Bastelutensilien oder neue Kleidung in einen Schuhkarton und verpacken diesen in Geschenkpapier zu einer bunten Überraschung. So können sich auch dieses Weihnachten wieder Tausende bedürftiger Kinder freuen.

Dass das allgemeine Interesse an der Aktion so groß ist, verdankt die Aktion ihrem besonderen Charakter: als bürgernahe Aktion bringt sie junge und alte Menschen zusammen und wirkt gemeinschaftsstiftend. Nicht nur als Päckchenpacker können sich Menschen beteiligen, sondern auch als Lagerhelfer und Abholfahrer. Viele Unternehmen, Privatpersonen oder Gemeinden stellen sich darüber hinaus als Sammelstelle zur Verfügung. Dadurch entstehen viele Schnittstellen und es werden neue Kontakte geknüpft.

Überzeugte Schirmherrin
Die Schirmherrin der Weihnachtspäckchen-Aktion, Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, zeigt sich rundum begeistert: „Die Weihnachtspäckchen-Aktion der Stiftung ist eine gute Sache, die ich gern unterstütze. Als Schirmherrin, aber auch persönlich: Auch ich werde mit meinem Sohn ein Päckchen packen. Es gibt viele Kinder auf der Welt, die in größter Armut leben. Ihnen wird durch die Aktion ein glücklicher Moment beschert. Gleichzeitig lernen Kinder und Jugendliche in Deutschland, wie viel Freude es macht, zu teilen, und wie wichtig es ist, soziale Verantwortung mit Leben zu füllen.

Das Engagement der Stiftung Kinderzukunft geht weit über die Weihnachtspäckchen-Aktion hinaus. Mit eigenen Kinderdörfern, Ernährungs- und Bildungsprojekten in Mittelamerika und Osteuropa gibt sie Kindern, die keinen guten Start ins Leben hatten, eine Zukunftsperspektive. Positive Lebensbedingungen schaffen, damit Kinder und Jugendliche gesund, geborgen und sicher aufwachsen können und später als Erwachsene fest auf eigenen Beinen stehen – so leistet die Stiftung Kinderzukunft einen Beitrag, um die Armut in der Welt zu bekämpfen."

Lassen Sie Kinderaugen strahlen
Wenn Sie sich an der Aktion beteiligen möchten, können Sie Ihre Päckchen vom 1. November bis spätestens 6. Dezember 2014 bei einer der Sammelstellen, in der Stiftung (Rabenaustraße 1a, 63584 Gründau) oder im Lager der Kinderzukunft (Aerolith Industriepark, Lagerhausstraße 7-9, 63589 Linsengericht-Altenhaßlau) abgeben. Das Lager ist in dieser Zeit Montag bis Freitag von 13 bis 16 Uhr besetzt, ab dem 17. November bis 17 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten nach telefonischer Absprache unter 0170/9980940. Alle Sammelstellen bundesweit und ausführliche Informationen finden Sie unter www.kinderzukunft.de/weihnachten/sammelstellen.

So gelangen die Päckchen zu den Kindern
Selbstverständlich fallen für den Transport der Päckchen Kosten an: Zwischenlagerung, Benzin, Maut, Versicherungen und vieles mehr müssen beglichen werden. Mit einer freiwilligen Kostenbeteiligung in Höhe von 3 Euro pro gespendetem Päckchen kann dieser Aufwand gedeckt werden. Bitte überweisen Sie Ihre Spende direkt an die Stiftung Kinderzukunft: Konto 208 855 606 bei der Postbank Frankfurt (BLZ 500 100 60), IBAN: DE77 5001 0060 0208 8556 06, BIC: PBNKDEFF, Kennwort „Weihnachten“. Oder geben Sie das Geld zusammen mit den Päckchen in Ihrer Sammelstelle ab.