Auszug aus Kinderzukunft - Stiftung für Kinder in Not - Druckansicht

Seinen Ehrentag widmete Karl Eyerkaufer hilfsbedürftigen Kindern. Bewusst feierte der Ex-Landrat, der von 1987 bis 2005 an der Spitze des Main-Kinzig-Kreises stand, nicht in seinem Heimatort Maintal-Hochstadt. Gemeinsam mit seiner Gattin Marion lud  der Sozialdemokrat alle Kinder und Mitarbeiter zweier Kinderdörfer der Stiftung Kinderzukunft ein. Er feierte seinen Geburtstag in Rumänien und am Tag darauf nochmals in Bosnien.
Zu seinem 75. Geburtstag lud Eyerkaufer, Vorsitzender des Beirats der Stiftung Kinderzukunft, rund 240 Kinder im rumänischen Kinderdorf „Satul de Copii“ und im bosnischen Kinderdorf „Selo Mira“ sowie die insgesamt rund einhundert Mitarbeiter zum großen Geburtstagsbuffet ein. Alle Kosten dafür von mehreren Tausend Euro zahlte er privat aus eigener Tasche.
„In Deutschland, wo ich Landrat eines großen Kreises war, haben viele Hundert Menschen erwartet, dass ich sie zum Geburtstag einlade. Doch ich bin mit meiner Frau nach Rumänien und Bosnien gereist, um dort mit den Kindern und Jugendlichen meinen Geburtstag zu feiern. Nur wenn man junge Menschen in ihrer Zeit versteht, bleibt man selbst etwas jünger“, sagte Eyerkaufer.
Hans-Georg Bayer, geschäftsführender Vorstand der Kinderzukunft, sagt dazu: „Das war eine außergewöhnliche und dankenswerte Idee von Herrn Eyerkaufer. Mit seinen zwei großartigen Geburtstagsfeiern hat er Kindern und Mitarbeitern in den Kinderdörfern in Bosnien und Rumänien eine große Freude bereitet. Die Kinder freuen sich immer sehr, wenn es etwas zu feiern gibt. Sie sind dann mit großer Begeisterung dabei und ganz stolz, wenn sie bei einer solchen Gelegenheit Gesangs- und Tanzaufführungen darbieten können.“
Kinder haben im Leben von Eyerkaufer schon immer eine große Rolle gespielt. Er arbeitete ab 1966 im Schuldienst, war Studienrat an der gymnasialen Oberstufe in Bruchköbel sowie Schulleiter an der Albert-Einstein-Schule in Maintal. Den Bau von Schulen, Wohnhäusern und Kliniken förderte er in Sri Lanka, Guatemala und auf dem Balkan.
Guter Name als Spendensammler und Wohltäter
Karl „Charly“ Eyerkaufer hat sich als beliebter Landrat, erfolgreicher Leichtathlet und auch als Spendensammler und Wohltäter einen Namen gemacht. In den Kinderdörfern erfuhr der Jubilar dafür verdientermaßen Respekt und Anerkennung. Eyerkaufer war aber nicht nur deshalb begeistert. „Herr Eyerkaufer sagte nach seiner Reise, dass es für ihn eine Freude war zu sehen, wie gut die Kinder in den Kinderdörfern betreut werden und wie aus armen, hilfsbedürftigen Kindern in den Kinderdörfern über die Jahre dann selbstbewusste, selbstständige Erwachsene werden“, so Hans-Georg Bayer. Das umfassende Konzept der Stiftung macht es möglich: Die Kinder werden liebevoll betreut, erhalten eine schulische Ausbildung und eine fundierte Vorbereitung auf ihr späteres Berufsleben in den kinderdorfeigenen Ausbildungszentren in Rumänien und Bosnien.
Zuerst besuchte Eyerkaufer in Rumänien das Kinderdorf in Timisoara, wo er seinen Ehrentag beging. Zur Begrüßung sangen die Kinder „Alles Gute zum Geburtstag“ in deutscher Sprache. Als Geburtstagsgeschenk erhielt der Jubilar ein Gemälde von Adriana Lupascu. Die Künstlerin lebte 13 Jahre im „Satul de Copii“ und arbeitet heute als Sozialarbeiterin im Kinderdorf. Am dritten Tag seiner Reise im bosnischen Kinderdorf initiierten die Kinder gemeinsam mit den Haustanten ein Unterhaltungsprogramm für die „zweite“ Geburtstagsparty. Bäcker und Köche des Kinderdorfs schufen mit dem Geld von Herrn Eyerkaufer ein grandioses Buffet für 150 Personen sowie eine riesige Geburtstagstorte, über die sich die Kinder ganz besonders freuten. Eine Überraschung erwartete den Jubilar in der Kantine: Die Kinder sangen in dem mit 75 Kerzen erhellten Raum ein Geburtstagslied für den Gast aus Deutschland. Sogar das bosnische Fernsehen war dabei und strahlte später einen Kurzbeitrag von der Veranstaltung aus.