Auszug aus Kinderzukunft - Stiftung für Kinder in Not - Druckansicht

Seit 2005 wird die Stiftung Kinderzukunft bei der Weiterentwicklung ihrer Kinderdörfer von der gemeinnützigen Gesellschaft der Schottener Soziale Dienste unterstützt. Deren früherer langjähriger Geschäftsführer Gerhard Schemenau hatte sich das zu Lebzeiten ganz persönlich zu seiner ehrenamtlichen Aufgabe gemacht. Er besuchte  regelmäßig alle Kinderdörfer und hat diese in ihrer sozialpädagogischen Arbeit vor Ort beraten.
Nun reisten Christof Schaefers, aktueller Geschäftsführer der Schottener Soziale Dienste,  und Carmen Rüth von der Stabsstelle Kinder-und Jugendhilfe erstmals in das Kinderdorf „Aldea Infantil“ in Salcaja in Guatemala. „Das, was wir im Kinderdorf, aber auch in den Projekten der Stiftung außerhalb des Kinderdorfs, La Esperanza und Monrovia, sehen und erfahren durften, hat mich fachlich begeistert und persönlich sehr bewegt“, sagte Schaefers.
In Guatemala gibt es für Kinder aus armen Familien oft keine Möglichkeit eine Schule zu besuchen. 80 Prozent der Bevölkerung gelten als verarmt. Großfamilien leben in Wellblechhütten ohne Heizung und Strom und haben nur wenig Essen zur Verfügung. Das Kinderdorf hilft Kindern zur Schule zu gehen, nicht hungrig zu sein und nachts ein Bett zu haben. Psychologen, Betriebswirte, Pädagogen, Erzieher und Hausmütter arbeiten gemeinsam an dem Wohl und der Zukunft der Kinder. Der Besuch in Guatemala mit sehr positiven Eindrücken von der Arbeit der Stiftung veranlasste Schaefers, stellvertretend für die Schottener Soziale Dienste, noch vor Ort eine Geldspende von 1 200 Euro an das Kinderdorf zu leisten und über neue Möglichkeiten der Kooperation mit der Stiftung nachzudenken. Schaefers plant nun über die bisherige Beratung hinaus konkrete Zusammenarbeit in Projekten sowie finanzielle Förderung auf Unternehmens-und persönlicher Ebene.
„Die Landwirtschaft im Kinderdorf ist ein besonders gelungenes Beispiel, weil der Gemüse-und Obstanbau erheblich zur Eigenversorgung beiträgt“, sagte Schaefers. Durch vielfältige Projekte und engagierte Mitarbeiter zeige sich dieser Bereich sehr leistungsfähig. Neben dem Anbau von Lebensmitteln gibt es auch eine Baumschule, deren Bäume zur Aufforstung und Selbstfinanzierung dienen. Erfolgreich sei außerdem das „Hilfe zur Selbsthilfe - Projekt“ für Mütter aus dem Umland, das diesen helfen soll, die Versorgung ihrer Kinder sicherzustellen.
Äußerst positiv für die Zukunft der betreuten Kinder ist, dass es neben einer Grundschule Ausbildungswerkstätten im Kinderdorf gibt, die systematisch und zielgerichtet Kurse anbieten, sodass die Jugendlichen bei Beendigung der Kurse Teilqualifizierungen erreichen, die staatlich anerkannt Voraussetzung für spätere Berufsabschlüsse sind.  
Großes Lob gab es von der gemeinnützigen Gesellschaft Schottener Soziale Dienste für die Mitarbeiter des Kinderdorfs „die nicht nur kompetent sind, sondern zudem auch bereit waren, vertrauensvoll mit uns zusammenzuarbeiten“. Derart motivierte und engagierte Mitarbeiter seien für die Kinder im Kinderdorf förderlich und stärkten den Zusammenhalt, sodass gemeinsame Ziele konstruktiv angestrebt werden könnten.
Trotz der erfolgreichen Landwirtschaft im Kinderdorf gibt es auf diesem Sektor für das Land Guatemala schlechte Nachrichten. Wegen einer der schwersten Dürrekatastrophen seit Jahrzehnten ist landesweit die Maisernte vernichtet. Daher fehlt rund 1,2 Millionen Guatemalteken das wichtigste Grundnahrungsmittel. Präsident Otto Pérez ruft um Hilfe. Sein Land kann die eigene Bevölkerung nicht ausreichend unterstützen. Fachleute schätzen, dass bis zum Frühjahr 75 000 Tonnen Lebensmittel fehlen werden. Essen für hungernde Kinder ist nun dringend notwendig. In betroffenen Bergdörfern hat die Stiftung Kinderzukunft Küchen eingerichtet, in denen Not leidende Kinder mindestens einmal am Tag eine ausreichende Mahlzeit erhalten. Gemeinsam mit der Bevölkerung wurden Modellprojekte zum Anbau geeigneter Gemüsesorten und zur Verbesserung der Viehzucht gestartet. Diese Maßnahmen möchte die Stiftung zügig weiter ausbauen, um möglichst vielen Kindern eine Chance auf eine Zukunft ohne Hunger zu geben.