Auszug aus Kinderzukunft - Stiftung für Kinder in Not - Druckansicht

Jule Gräf aus Thurnau in Bayern studiert im vierten Semester Soziale Arbeit.
Seit 4. April absolviert die 23-Jährige bei der Stiftung Kinderzukunft ein Praxissemester. Die Stiftung hat ihren Sitz in Gründau. Das Praxissemester benötigt sie für den  Bachelorstudiengang „Soziale Arbeit“, den sie an der Hochschule Coburg belegt. Im Rahmen dieses Praktikums hält sie sich in dem Kinderdorf „Aldea Infantil“ der Kinderzukunft in Guatemala auf. Gräf interessiert sich besonders für die Entwicklungszusammenarbeit in dem mittelamerikanischen Land. „Die Außenprojekte und die Analyse des sozioökonomischen Umfeldes des Kinderdorfs sind für mich sehr wichtige und besonders spannende Arbeits-und Erfahrungsbereiche“, sagt Gräf.
Mit einem vor Ort ansässigen Agrarwissenschaftler, der für die Außenprojekte zuständig ist, besuchte sie die Streusiedlung Nueva Panajachel. „Die Fahrt dauerte 45 Minuten auf schlechten Straßen. Bepackte Menschen gingen bei stechender Hitze, ihre Gesichter vor dem Staub mit Tüchern geschützt, am Straßenrand entlang“, schilderte Gräf erste Eindrücke. Die Sorgen und den Kummer einiger Menschen auf der Straße habe sie geradezu in deren Gesichtern lesen können. Im Entwicklungsland Guatemala sei die Armut durchgehend präsent.
Kinderdorf als Basis für gute Lebensverhältnisse
Mit den Mitteln der Stiftung erhalten die Kinder in der Streusiedlung eine Schulausbildung, ein gesundes Frühstück und ein warmes Mittagessen. Menschen in diesem Gebiet leben in größter Armut. Die glücklichen Gesichter der Kinder während des Mittagessens werde sie noch lange in Erinnerung behalten, sagt Gräf. Es sei ihr bewusst geworden, dass die Stiftung und das Kinderdorf in Salcaja als Nicht-Regierungs-Organisation eine wichtige Basis für die Verbesserung der Lebensverhältnisse vieler Menschen in Guatemala darstelle.
Während ihres sechsmonatigen Aufenthalts „in dem faszinierenden Land voller Widersprüche“ freut sich Gräf auf eine aufregende und erfahrungsreiche Zeit. Mit acht Kindern und der „Kinderdorfmama“ lebt sie in einem der Häuser des Kinderdorfs. Die Geduld der Kinder ist ihr eine große Stütze beim Erlernen der spanischen Sprache. Kinder sind ihr wichtig. Gräf hat eine Ausbildung zur Erzieherin an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof absolviert und ist staatlich anerkannte Kinderpflegerin. Während ihres Praxissemesters wird sie von der Sozialarbeiterin und Personaldirektorin Miran Sac Coyoy betreut.