Auszug aus Kinderzukunft - Stiftung für Kinder in Not - Druckansicht

Eine aufregende Reise haben zwei Förderer der Kinderzukunft hinter sich. Gemeinsam mit der Projektleiterin der Stiftung besuchten sie im Mai zehn Tage lang das Kinderdorf „Aldea Infantil Rudolf Walther“, um dort ihre Patenkinder zu besuchen. Umfangreiche Eindrücke vermittelt der Erlebnisbericht von Bettina Ebner-Steinmetz.
„Schon lange wollte ich meine beiden Patenkinder, den elfjährigen Nelson und die fünfjährige Ximena, im Kinderdorf in Guatemala besuchen. Jetzt sollte es endlich im Rahmen einer Projektreise im Mai 2015 klappen.
Ein besonders überwältigendes Gefühl war es dann auch, die beiden zum ersten Mal persönlich zu sehen und in die Arme zu nehmen. Als Paten bekamen wir die Möglichkeit, für die Aufenthaltsdauer im Kinderdorf zu wohnen. Dadurch wurde der Kontakt mit den Kindern sehr viel intensiver, weil wir am kompletten Tagesablauf teilhaben konnten.
Mein Patenkind Nelson war vor vielen Jahren gemeinsam mit drei Brüdern im Kinderdorf aufgenommen worden, da seine Eltern Alkoholiker waren und ihre Kinder stark vernachlässigten. Er ist jedoch trotzdem ein ausgesprochen fröhlicher Junge. Über Ximenas Eltern ist nichts bekannt. Sie ist mit drei Monaten in das Kinderdorf gekommen und ein sehr lebensfrohes und liebes Mädchen. Noch dazu ist sie Klassenbeste in ihrer Vorschulklasse, was mich sehr stolz gemacht hat! So hat jedes Kind im Kinderdorf natürlich eine andere Geschichte, jedoch sind Armut und Vernachlässigung meist die Hauptgründe für die Aufnahme im Dorf.
Die Kinder leben in der Regel gemeinsam mit acht bis zehn Hausgeschwistern und einer Pflegemutter in einem Haus und haben – wie in einer normalen Familie – ihre Rechte und Pflichten. Mit zunehmendem Alter werden sie mit der Hausarbeit vertraut gemacht und verrichten wie in jeder richtigen Familie auch, je nach Alter, kleinere und größere Tätigkeiten.
Obwohl unser Aufenthalt während der Schulzeit stattfand, konnten wir zwei Ausflüge mit den Patenkindern unternehmen, wofür ansonsten leider das Geld fehlt. Ich habe selten so glückliche Gesichter gesehen wie bei unserer Bootsfahrt über den malerischen Atiltlán-See. Die Kinder waren von der Bootsfahrt völlig beseelt, und das Schönste für sie war, mit den Händen durch das Wasser zu gleiten. Auch unser zweiter Ausflug zu den Fuentes Georginas, den heißen Schwefelquellen, und anschließendem Einkaufen für das gemeinsame Abendessen war für die Kinder ein absolutes Highlight.
Jedoch war es auch schön, den gewöhnlichen Tagesablauf der Kinder zu erleben und zu begleiten. Beispielsweise nach der Schule mit ihnen zu spielen, sie bei ihren täglichen Hausarbeiten zu beobachten und dann am gemeinsamen Abendessen des ganzen Hauses teilzunehmen – und damit auch gleichzeitig den Einblick in die Kultur zu vertiefen. Besonders beeindruckt haben mich das Engagement und die Herzlichkeit aller Mitarbeiter im Kinderdorf, was einen spüren lässt, dass es allen um das Wohlergehen der Kinder geht.
Ich konnte sehen, dass die Kinder im Kinderdorf gut versorgt sind und sie neben Nahrung, medizinischer Grundversorgung und Schulbildung vor allem ein liebevolles Zuhause haben. Sie werden auf ein eigenständiges Leben so gut wie möglich vorbereitet – das ist deutlich mehr, als viele andere Kinder in Guatemala haben. Wir Paten konnten uns mit eigenen Augen davon überzeugen, was unsere Förderung bewirkt: jeder Cent ist im Kinderdorf der Stiftung Kinderzukunft wirklich sehr gut angelegt.“
Nähere Informationen zu Projektreisen und Patenschaften in Guatemala gibt es telefonisch unter 06051/4818-25. Spenden können auf das Konto der Kinderzukunft bei der Kreissparkasse Gelnhausen getätigt werden. IBAN: DE95 5075 0094 0009 0909 01, BIC: Heladef1GEL.