Bettys eigener Garten
Wie ein eigener Gemüsegarten die Ernährung einer Familie in Sambia verbessert
Für Betty ist ein eigener Gemüsegarten mehr als ein Stück Land. Die 30-Jährige lebt mit ihren zwei Kindern in Kazungula im Süden Sambias. Eines ihrer Kinder ist noch ein Baby. Gemüse gehörte nicht immer selbstverständlich zum Speiseplan der Familie. Das hat sich inzwischen verändert.
Nach einer Schulung im Rahmen des Projekts SCARCE legte Betty ihren eigenen Gemüsegarten an. Im Centre of Excellence lernen junge Menschen nachhaltige und klimaangepasste Anbaumethoden. Dazu gehört auch, wie Wasser möglichst effizient eingesetzt werden kann – etwa mit Eimern oder durch Tröpfchenbewässerung.
Betty setzte das Gelernte direkt um. Schon ihre erste Ernte machte für die Familie einen spürbaren Unterschied:
„Ich habe zwei Kinder, eines davon ist noch ein Baby. Nach dem Training im Centre of Excellence habe ich meinen eigenen Gemüsegarten angelegt und bereits meine erste Ernte eingebracht. Dadurch konnten meine Kinder Gemüse essen, das sie zuvor nicht immer regelmäßig bekommen haben. Auch ich selbst ernähre mich jetzt besser, was mir beim Stillen hilft.“
Wissen, das im Alltag ankommt
Bettys Geschichte zeigt, wie eng Ernährung und Wissen miteinander verbunden sind. Wo Wasser knapp ist und sich die klimatischen Bedingungen verändern, ist der Anbau von Gemüse nicht selbstverständlich. Die Teilnehmenden lernen deshalb, wie sie mit den vorhandenen Ressourcen möglichst nachhaltig wirtschaften können.
Gleichzeitig geht es im Projekt darum, den jungen Menschen langfristig eine eigene Perspektive zu ermöglichen. Über ein einfaches Mikrofinanzsystem können sie mit ersten, kostengünstigen Anschaffungen in den Gemüseanbau einsteigen. Die erwirtschafteten Erträge können anschließend genutzt werden, um die eigene Produktion Schritt für Schritt auszubauen. So kann aus einem ersten kleinen Gemüsegarten langfristig eine zusätzliche Einkommensquelle entstehen – und gleichzeitig eine verlässlichere Versorgung der eigenen Familie.
Gemeinsam für mehr Ernährungssicherheit
Mit SCARCE möchte die Stiftung Kinderzukunft die Ernährungssicherheit von Familien stärken, die besonders von Armut und den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Dafür vermittelt das Projekt Wissen über nachhaltige Anbaumethoden, unterstützt einen effizienten Umgang mit Wasser und schafft Zugang zu landwirtschaftlichen Ressourcen und Möglichkeiten zur Einkommensgenerierung.
Im Mittelpunkt stehen dabei besonders Jugendliche, Frauen und Familien. Denn wer heute die Möglichkeit bekommt, sich selbst zu versorgen und ein eigenes Einkommen aufzubauen, kann langfristig widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Veränderungen werden.
Das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) kofinanzierte Projekt wird gemeinsam mit dem lokalen Partner ADRA Zambia in Kazungula und Mwandi umgesetzt. Bis zum Ende der Projektlaufzeit sollen mehr als 4.200 Menschen direkt und über 21.000 weitere Menschen indirekt profitieren.
Bettys erster Gemüsegarten ist dabei ein kleines, aber konkretes Beispiel dafür, wie dieser Ansatz im Alltag Wirkung entfalten kann.
